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Nachweis von Nidoviren bei lebenden Pythons und Boas

Zeitschrift: Tierärztliche Praxis Kleintiere
ISSN: 1434-1239
Thema:

Schwerpunkt Analgesie/Anästhesie

DOI: https://doi.org/10.15654/TPK-151067
Ausgabe: 2017: Heft 1 2017
Seiten: 22-26
Ahead of Print: 2016-10-13

Nachweis von Nidoviren bei lebenden Pythons und Boas

English version of the article

R. E. Marschang (1), E. Kolesnik (1)

(1) Laboklin GmbH & Co. KG, Bad Kissingen, Germany

Stichworte

PCR, Coronavirus, Reptilien, Schlange, Torovirus, Abgottschlange, Morelia

Zusammenfassung

Gegenstand: Nidoviren wurden vor kurzem als mögliche Ursache schwerer respiratorischer Erkrankungen bei Pythons in den USA und Europa nachgewiesen. Ziel dieser Studie war, eine konventionelle PCR für den Nachweis von Nidoviren aus Proben lebender Tiere zu etablieren und die Liste der für diese Viren empfänglichen Spezies zu erweitern. Material und Methoden: Eingesetzt wurde eine PCR, die einen Teil des ORF1a der Python-Nidoviren nachweist, um Nidoviren in diagnostischen Proben von lebenden Boas und Pythons zu detektieren. Getestet wurden vor allem Rachenabstriche und Blut von 95 Pythons, 84 Boas und 22 Schlangen unbekannter Spezies. Ergebnisse: Nidoviren ließen sich bei 27,4% der Pythons und bei 2,4% der Boas nachweisen. Am häufigsten wurden sie bei Königspythons (Python [P.] regius) und Tigerpythons (P. molurus) gefunden, daneben aber auch bei anderen Pythonspezies inklusive Morelia spp. und bei Abgottschlangen (Boa constrictor). Rachenabstriche waren am häufigsten positiv. Schlussfolgerung: Die hier beschriebene PCR kann zum Nachweis von Nidoviren in Rachenabstrichen lebender Schlangen eingesetzt werden. Diese Viren scheinen bei in Gefangenschaft gehaltenen Schlangen in Europa relativ häufig vorzukommen und ihr Nachweis sollte bei klinischen Untersuchungen in Erwägung gezogen werden. Klinische Relevanz: Nidoviren gelten als bedeutende Ursache respiratorischer Erkrankungen bei Pythons, können aber auch Boas infizieren. Der jetzt mögliche Nachweis dieser Viren am lebenden Tier kann bei erkrankten Schlangen, aber auch während einer Quarantäne klinisch relevant sein.

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