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Sonographisch erfassbare Milzveränderungen bei Hunden mit malignem Lymphom

Zeitschrift: Tierärztliche Praxis Kleintiere
ISSN: 1434-1239
DOI: https://doi.org/10.15654/TPK-140881
Ausgabe: 2015: Heft 4 2015
Seiten: 215-220
Ahead of Print: 2015-06-16

Sonographisch erfassbare Milzveränderungen bei Hunden mit malignem Lymphom

F. Eberhardt (1), C. Köhler (1), D. Krastel (1), K. Winter (2), M. Alef (1), I. Kiefer (1)

(1) Klinik für Kleintiere, Universität Leipzig, Leipzig; (2) Translationszentrum für Regenerative Medizin, Leipzig

Stichworte

Lymphom, Ultraschall, Hund, Milz, Mottenfraßmuster

Zusammenfassung

Ziel der Studie war, die Häufigkeit der verschiedenen sonographischen Milzveränderungen bei den einzelnen anatomischen Formen des kaninen malignen Lymphoms zu ermitteln. Ferner sollte eruiert werden, inwieweit das in der Literatur beim Lymphom beschriebene Mottenfraßmuster bei Patienten ohne Lymphom auftritt. Material und Methoden: Retrospektive Auswertung der Patientendaten von Hunden, bei denen zytologisch oder histologisch ein malignes Lymphom diagnostiziert wurde und eine vor der Therapie erfolgte Ultraschalluntersuchung des Abdomens dokumentiert war. Die Patientendaten von Hunden mit einem Mottenfraßmuster der Milz unterlagen einer gesonderten Auswertung. Als Ausschlusskriterium galt die Gabe eines Zytostatikums vor der Diagnostik. Ergebnisse: Bei 137 (84%) der ermittelten 164 Hunde mit einem malignen Lymphom bestanden sonographische Milzveränderungen. Von diesen 137 Tieren zeigten 94 ein Mottenfraßmuster des Milzparenchyms und 43 Hunde Auffälligkeiten in Form von Splenomegalie, grobkörniger Echotextur oder sonstiger Parenchymveränderungen. Beim Befund des Mottenfraßmusters lag signifikant häufiger ein multizentrisches Lymphom (95%) als ein Lymphom anderer anatomischer Klassifikation vor. Lediglich ein Hund wies ein Mottenfraßmuster des Milzparenchyms auf, ohne an einem malignen Lymphom erkrankt zu sein. Damit ergab sich der positive prädiktive Wert des Mottenfraßmusters für das maligne Lymphom mit 99% und speziell für das multizentrische Lymphom mit 95%. Insgesamt hatten 84% der 164 Hunde ein multizentrisches Lymphom, jeweils 5% ein mediastinales bzw. kutanes Lymphom, 4% ein gastrointestinales Lymphom und jeweils ein Tier ein okuläres bzw. renales Lymphom. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Sonographische Milzveränderungen kommen beim malignen Lymphom des Hundes unabhängig von dessen anatomischer Form häufig vor. Bei sonographischem Nachweis eines Mottenfraßmusters der Milz kann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der betroffene Hund an einem malignen Lymphom leidet, wobei es sich überwiegend um ein multizentrisches Lymphom handelt.

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