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Aktueller Stand in der Therapie des Diabetes mellitus bei Hund und Katze

Zeitschrift: Tierärztliche Praxis Kleintiere
ISSN: 1434-1239
Ausgabe: 2006: Heft 6 2008
Seiten: 425-431

Aktueller Stand in der Therapie des Diabetes mellitus bei Hund und Katze

H. Potschka, W. Bäumer
Aus dem Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie (Leiter: Prof. Dr. W. Löscher) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Stichworte

Diabetes mellitus – Insulin – Caninsulin® – Glargin – orale Antidiabetika – Glukose-Monitoring

Zusammenfassung

Durch die hohe Inzidenz des Diabetes mellitus bei Hund und Katze stehen Tierärzte häufig vor der Herausforderung, ein individualisiertes Therapieschema für einen Patienten mit Diabetes mellitus zu erstellen. Ziele einer optimalen Therapie sind eine Normalisierung des Energie- und Glukosestoffwechsels und die Minimierung von Spätfolgen dieser endokrinen Erkrankung. Obwohl Ätiologie, Pathogenese und Klinik des Diabetes mellitus im Vergleich zwischen den Spezies, aber auch interindividuell stark variieren können, ist die Insulinapplikation generell als Standard in der Therapie des Diabetes mellitus anzusehen. Zurzeit besitzt in Deutschland nur Caninsulin® eine Zulassung für die Dauertherapie des Diabetes mellitus von Hund und Katze. Da Caninsulin® eine Kombination eines kürzer und eines länger wirksamen Insulins enthält, kann mit diesem Präparat gleichzeitig eine basale glykämische Kontrolle und eine Unterdrückung postprandialer Glukosepeaks erzielt werden. Erforderlich ist allerdings eine individuelle Einstellung des Patienten, die eine gute Zusammenarbeit zwischen Tierarzt und Tierbesitzer voraussetzt. Große Bedeutung hat dabei die wiederholte Erstellung von Blutglukose-Tagesprofilen zur Therapiekontrolle. Wenn bei der Katze trotz Therapiekontrolle eine Einstellung mit Caninsulin® nicht gelingt, kann alternativ eine Behandlung mit Insulin Glargin (Lantus®) versucht werden. Diätetische Maßnahmen können insbesondere bei Katzen die Insulintherapie sinnvoll ergänzen. Die Anwendung oraler Antidiabetika sollte nach derzeitigem Kenntnisstand Einzelfällen vorbehalten bleiben.