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Vakzineassoziierte feline Fibrosarkome: histopathologische Befunde und Prognose

Zeitschrift:Tierärztliche Praxis Kleintiere
ISSN:1434-1239
Ausgabe:2008: Heft 2 2008
Seiten:127-134

Vakzineassoziierte feline Fibrosarkome: histopathologische Befunde und Prognose

K. Kamenica1, Th. Brill4, J. Hirschberger2, R. Köstlin3, W. Hermanns1
1Institut für Tierpathologie (Vorstand: Prof. Dr. W. Hermanns), 2Medizinische Kleintierklinik (Vorstand: Prof. Dr. K. Hartmann) und 3Chirurgische und Gynäkologische Kleintierklinik (Vorstand: Prof. Dr. U. Matis) der Ludwig-Maximilians-Universität München, 4Institut für Experimentelle Onkologie und Therapieforschung des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München

Zusammenfassung

Gegenstand und Ziel: In der vorliegenden Arbeit wurden histologische Parameter vakzineassoziierter feliner Fibrosarkome in Zusammenhang mit klinischen Verlaufsdaten retrospektiv untersucht. Ziel der Studie war, histologische Beurteilungskriterien zu ermitteln, die eine prognostische Aussage bezüglich der postoperativen rezidivfreien Zeit und der Überlebenszeit der Tiere ermöglichen. Material und Methoden: Das Patientengut umfasst 41 Katzen, die an einer typischen Injektionsstelle ein Fibrosarkom entwickelt hatten. Die Tumoren wurden chirurgisch entfernt und histologisch untersucht. Dabei wurden bei jedem Fibro - sarkom zahlreiche histologische Untersuchungskriterien zunächst einzeln beurteilt und mit einem Punktesystem bewertet. Anschließend wurden verschiedene histologische Kriterien kombiniert und mehrere Variationen eines Gesamtscores erstellt. Bei jeder Katze erfolgte eine Dokumentation des weiteren klinischen Verlaufs über einen Beobachtungszeitraum von mindestens einem Jahr. Ergebnisse: 28 von 41 Katzen (68%) entwickelten innerhalb des ersten Jahres post operationem Rezidive, die durchschnittlich nach 145 Tagen (d) auftraten (Median 90 d, Minimum 21 d, Maximum 325 d). Katzen mit Primärtumoren hatten eine signifikant bessere Prognose hinsichtlich der postoperativen rezidivfreien Zeit als Tiere, die bereits bei Aufnahme in die Studie mit einem Rezidiv vorgestellt wurden. Keines der histologischen Beurteilungskriterien stand einzeln berechnet in einem statistisch signifikanten Zusammenhang mit der rezidivfreien Zeit oder der Gesamtüberlebenszeit. Erst nach Bildung eines Gesamtscores aus Kombinationen mehrerer histologischer Kriterien ließ sich ein Zusammenhang mit der Prognose statistisch belegen. Dabei scheint das Ausmaß des infiltrativen Wachstums der Fibrosarkome eine entscheidende Rolle zu besitzen. Schlussfolgerungen: Fibrosarkome rezidivieren häufig. Auch histologisch wenig maligne erscheinende Tumoren können eine schlechte Prognose aufweisen. Klinische Relevanz: Ein Grading vakzineassoziierter feliner Fibrosarkome ist nur sinnvoll, wenn die Infiltrationsneigung der Tumoren mit berücksichtigt wird.

Stichworte

Rezidiv, Prognose, Überlebenszeit, felines Fibrosarkom, vakzineassoziierte Fibrosarkome, histopathologische Befunde

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