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Diagnostische Spezifität des Fcε-Rezeptor-Allergie-Screening-Tests

Zeitschrift:Tierärztliche Praxis Kleintiere
ISSN:1434-1239
Ausgabe:2009: Heft 4 2009
Seiten:239-243

Diagnostische Spezifität des Fcε-Rezeptor-Allergie-Screening-Tests

N. Thom (1), R. Neiger (1), M. Linek (2)

(1) Small Animal Clinic, Internal Medicine (Director: Prof. R. Neiger), Justus-Liebig-University Giessen; (2) Veterinary Specialists, Hamburg

Zusammenfassung

Gegenstand: Evaluierung der diagnostischen Spezifität des Fce-Rezeptor-Allergie-Screening-Tests anhand klinisch nicht atopischer Hunde. Material und Methoden: Serum 15 klinisch nicht atopischer Hunde wurde prospektiv auf allergenspezifisches IgE untersucht. Weder vorberichtlich noch klinisch lagen Hinweise auf Haut- oder Ohrerkrankungen vor. Der Fce-Rezeptor-Test (Allercept®, Heska corp, USA) umfasste die Allergengruppen Milben, Schimmelpilze, Pollen und Flohspeichel. Die Ergebnisse sind in sechs Reaktionsklassen (RK) eingeteilt, RK0 gilt als negativ. Ergebnisse: 14 Hunde waren in mindestens einer Gruppe positiv. Alle 14 Tiere zeigten auf Milben ein positives Ergebnis, jeweils fünf Hunde waren zusätzlich auf Pollen oder Flohspeichel positiv, ein Hund auf Schimmelpilze. Zwei positive Resultate waren RK1, die übrigen lagen darüber. Die Spezifität des Fcε-Rezeptor-Tests für Milben betrug 6,7%, für Pollen und Flohspeichel 66,6%, für Schimmelpilze 93,3%. Schlussfolgerung: Der Fcε-Rezeptor-Test ist bei ca. 93% der klinisch nicht atopischen Hunde positiv. Diese Ergebnisse spiegeln die Resultate früherer Studien mit mono- oder polyklonalen Antikörpern für allergenspezifisches IgE wider. Da der Fce-Rezeptor-Test hochspezifisch für IgE ist, können hier Kreuzreaktionen mit IgG ausgeschlossen werden. Eine verbesserte Spezifität durch Grenzwertanhebung ist aufgrund der deutlich positiven Resultate nicht ohne hohen Sensitivitätsverlust erreichbar. Als Ursachen für erhöhte IgE-Spiegel gelten subklinische Hypersensitivität und Parasitosen. Klinisch und vorberichtlich lagen keine Zeichen einer Parasitose vor. Eine subklinische Hypersensitivität kann nicht ausgeschlossen werden. Klinische Relevanz: Der Nachweis von allergenspezifischem IgE ist auch mittels des hochspezifischen Fcε-Rezeptor-Tests nicht für die Diagnose der kaninen atopischen Dermatitis geeignet. Dies ist eine klinische Diagnose, die anhand spezifischer Kriterien und nach Ausschluss anderer Ursachen gestellt wird. Allergietests stellen ein diagnostisches Nebenkriterium dar und dienen der Identifikation der verantwortlichen Allergene als Grundlage für eine allergenspezifische Immuntherapie.

Stichworte

Atopie, Hund, atopische Dermatitis, ELISA, Fcε-Rezeptor, allergenspezifisches IgE, Allergietest

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