Anzeige

Archiv

Knochentumoren bei Echsen und Schlangen

Zeitschrift: Tierärztliche Praxis Kleintiere
ISSN: 1434-1239
DOI: http://dx.doi.org/10.15654/TPK-140534
Ausgabe: 2015: Heft 1 2015
Seiten: 31-39
Ahead of Print: 2015-01-22

Knochentumoren bei Echsen und Schlangen

Ein seltener klinischer Befund in der Reptilienpraxis

J. Dietz (1), K. O. Heckers (1), M. Pees (2), H. Aupperle (1)

(1) LABOKLIN GmbH & Co. KG, Labor für klinische Diagnostik, Bad Kissingen; (2) Klinik für Vögel und Reptilien, Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig

Stichworte

Osteosarkom, Chondrosarkom, Reptilien, Neoplasien

Zusammenfassung

Gegenstand und Ziel: Beschreibung der pathologischen Befunde von 13 Tumoren des Knochen- und Knorpelgewebes bei Echsen (n = 8) und Schlangen (n = 5) im klinischen Kontext. Material und Methoden: In einem 12-jährigen Zeitraum (2001–2013) ergab die histopathologische Untersuchung von 358 zur Routinediagnostik eingesandten Tumoren von Reptilien in 13 Fällen (acht Exzisate, zwei Amputate, zwei Bioptate und vier Tierkörper) die Diagnose eines Knochentumors. Makroskopisch wiesen die Tumorproben im Anschnitt einen hellen Farbton und eine feste bis harte Konsistenz auf. Zur histologischen Beurteilung wurden repräsentative Lokalisationen gegebenenfalls entkalkt, in Paraffin eingebettet und mit Hämatoxylin und Eosin angefärbt. Die Diagnosestellung erfolgte anhand der WHO-Klassifikationen der Veterinär- und Humanmedizin. Ergebnisse: Bei verschiedenen Echsenarten fanden sich benige Knochenzubildungen (ossifizierendes Fibrom [n = 2], fibröse Dysplasie [n = 1]) sowie maligne Knorpel- (Chondrosarkom [n = 2]) und Knochenneoplasien (fibroblastisches Osteosarkom [n = 2], kleinzelliges Osteosarkom [n = 1]) im Kopf- (n = 5) und Gliedmaßenskelett (n = 3). Schlangen wiesen ausschließlich maligne Knorpelneoplasien (Chondrosarkom [n = 2], dedifferenziertes Chondrosarkom [n = 3]) der Wirbelsäule auf. Das histologische Erscheinungsbild der malignen Neoplasien reichte von niedrig- bis zu hochmalignen differenzierten Tumorzellverbänden, die in unterschiedlicher Menge Osteoid oder eine hyaline Matrix produzierten. Eine Heilung ließ sich bei einem ossifizierenden Fibrom durch vollständige chirurgische Exzision und bei zwei Chondrosarkomen durch eine Amputation erreichen. Bei vier postmortal untersuchten Tierkörpern mit malignen Tumoren waren keine Metastasen nachweisbar. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Primäre Neoplasien des Knochens sind seltene Tumoren bei Reptilien. Unter Berücksichtigung der Informationen zum therapeutischen Vorgehen und weiteren Verlauf erweist sich bei Echsen die vollständige chirurgische Entfernung der Neoplasie durch Exzision oder Amputation als Therapie der Wahl. Entsprechend kann bei Schlangen eine tumorreduktive Gewebeentnahme die Überlebenszeit möglicherweise deutlich verlängern.

Artikel, die Sie auch interessant finden könnten...

1.
Hans Roland Dürr 1, Marcus Schlemmer 2, Ralf Wilkowksi 3, Per-Ulf Tunn4

arthritis + rheuma 2007 27 3: 141-150

2.

English version of the article

R. E. Marschang (1), E. Kolesnik (1)

Tierärztliche Praxis Kleintiere 2016 : -

http://dx.doi.org/10.15654/TPK-151067

3.

C. Franzius, S. Bielack, J. Sciuk, B. Yollet, H. Jürgens, O. Schober

Nuklearmedizin 1999 38 8: 337-340